Predigt zum 32. Herrentag nach Pfingsten / Herrentag vor Theophanie / Vorabend der Theophanie (2 Tim. 4:5-8; Mk. 1:1-8) (18.01.2026)
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Liebe Brüder und Schwestern,
im Prolog des Markus-Evangeliums, der heute vorgetragen wurde, wird die Quintessenz der Heilsbotschaft Christi wiedergegeben: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: ´Ich sende Meinen Boten vor Dir her, er soll den Weg für Dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet Ihm die Straßen!` So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden“ (Mk. 1:1-4).
Am Schluss desselben Evangeliums wird der Herr quasi als finale Bekräftigung dazu sagen: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk. 16:16).
Die Taufe ist ein für jeglichen Verstand unfassbares Geschenk Gottes an den Menschen. Alles, was der Mensch bis dahin vermasselt hat, wird in der Taufe wiedergutgemacht, sowohl der folgenschwere Treuebruch des Urvaters als auch unsere eigenen individuellen Verfehlungen. Der Sohn Gottes, Der keinerlei Sündenerlasses bedurfte, hat Sich taufen lassen, wodurch Er Sich mit uns vereinigt hat. Durch Seine Gottheit und durch Seine Heiligkeit werden wir – obwohl wir Sünder sind (und es auch bleiben) – geheiligt und gerechtfertigt. Er, der Mensch gewordene Gott, gibt uns die Möglichkeit, Gott ähnlich zu sein bzw. der Gnade nach vergöttlicht zu werden. Nicht nur, dass Er uns in den Urzustand vor dem Sündenfall versetzt – mehr noch, Er gibt uns die Befähigung, durch den Glauben und die Taufe „Kinder Gottes zu werden“ (Joh. 1:12).
Also ist alles sehr einfach: Wir müssen bloß glauben und uns taufen lassen, dann sind wir gerettet! Nicht wahr, so steht es doch geschrieben (s.o. Mk. 16:16)!?.. Wer will, kann dazu noch Fleißaufgaben erledigen, also jeden Sonntag in die Kirche gehen, täglich morgens und abends beten, die Fastenzeiten einhalten usw. … Aber, machen es sich da ein paar Leute nicht viel zu einfach?! Wenn wir beide anfangs angeführten Zitate aneinanderreihen und gegenüberstellen, ergibt sich doch, dass der Täufer als Bote des Herrn in der Wüste „Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden“ verkündigte. Das lässt folgerichtig nur den Schluss zu, dass nur der, welcher an die Vergebung der Sünden als Frucht der Umkehr (s. Mt. 3:9; Lk. 3:8) im Taufbad glaubt, auch gerettet werden wird. Ohne Selbstbeteiligung gibt es das Heil folglich nicht. Amen.